Wir haben es Walter Scheel, Peter Scholl-Latour, Ulrich Wickert, Horst Köhler, Udo Lindenberg, Doris Dörrie und vielen anderen nachgemacht. Wir haben unsere Augen geöffnet für die Welt und speziell für die von Minata und Kanchan.
Scanwerk ist seit Juni 2008 Unterstützer von Plan International Deutschland e.V. und hat für diese zwei Mädchen, die in Burkina Faso und in Nepal geboren wurden, eine Patenschaft übernommen. Da die beiden jetzt auch irgendwie zu Scanwerk gehören, wollen wir hier ein wenig von ihrem Land und ihrem Leben erzählen.





Plan Deutschland feiert 2009 sein 20-jähriges Jubiläum. In Hamburg wurde 1989 das erste deutsche Büro des Kinderhilfswerks eröffnet, das in den letzten Jahren einen besonderen schwerpunkt auf die Förderung von Mädchen gelegt hat, denn Mädchen sind in vielen Entwicklungsländern besonders benachteiligt. Durch ca. 280.000 Patenschaften sowie Einzelspenden und öffentliche Mittel finanziert und organisiert Plan Entwicklungshilfe.
Die Rechte der Kinder stehen im Mittelpunkt. Für sie wollte sich schon der Journalist und Kriegsreporter John Langdon-Davies nach seinen Erlebnissen im Spanischen Bürgerkrieg stark machen. Er gründete 1937 einen ersten Verein, der seine Projektarbeit auf der Basis von Patenschaften entwickelte und finanzierte.
Das Konzept hat sich durchgesetzt und inzwischen ist ein internationales Hilfswerk erwachsen, das in 48 Ländern tätig ist und über 1,2 Millionen Patenschaften weltweit betreut. Plan initiiert und begleitet Projekte zur Selbsthilfe in den ärmsten Ländern der Welt, die vor allem die Lage der Kinder verbessern sollen. (Quelle:
www.plan-deutschland.de)


Im rund 28 Millionen Einwohner zählenden Nepal an der Südseite des Himalayas, das wir vor allem wegen seiner hohen Berge kennen, lebt die 3-jährige Kanchan mit ihren Eltern. Sie bewohnen zusammen eine aus Bambus gebaute Hütte, die mit einem Strohdach bedeckt ist. Das ist ortsüblich und schon ein kleiner Luxus.
Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, die Narben der politischen und gesellschaftlichen Unruhen der letzten Jahrzehnte heilen langsam. nach dem "Volkskrieg" der Maoisten gegen die Regierung Ende der 90er und in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends ist die Kommunistische Partei Nepals inzwischen an der Regierung beteiligt und seit den Wahlen 2008 stärkste Partei.
Die medizinische Versorgung ist unterdurchschnittlich, ebenso wie Maßnahmen zu Hygiene. Verseuchtes Trinkwasser lässt die Liste der vorkommenden Krankheiten ins Unermessliche steigen. Dringende Probleme bei Kindern sind vor allem die Unterernährung, die die hohe Kindersterblichkeit zur Folge hat.
An Bildung und Aufklärung mangelt es an allen Ecken, die Analphabetenquote ist unter den vor allem auf dem und vom Land lebenden Menschen hoch. Der Zugang zu Schulen lässt zu wünschen übrig, oft sind sie nur schwer erreichbar, Frauen und Mädchen sind häufig benachteiligt. Vor allem sie leiden
an Unterdrückung, früher Verheiratung oder Mädchenhandel. Kinderprostitution, Kinderarbeit und Verschleppung schränken die Rechte von Kindern auf ein Minimum ein.
Unser Patenkind Kanchan hat alle Grundimpfungen erhalten und ist bisher noch nicht an ernsthaften Krankheiten erkrankt. Die Familie verfügt über einen Brunnen mit Handpumpe hinter ihrem Haus. Die nächste medizinische Versorgung befindet sich in 15-minütiger Entfernung. Das klingt zumindest positiv für ein so junges Leben in Relation zu den Bedingungen in anderen Entwicklungsländern. Kanchan lernt den ortsüblichen Dialekt Bhojpuri und wird hoffentlich die Schule besuchen.
Plan e.V. begann 1993 mit seiner Arbeit in dieser Region und unternimmt vor allem Projekte zur Verbesserung des Gesundheitssystems, zur Aufklärung und Schulung der Menschen bezüglich Hygienethemen. Man engagiert sich darüber hinaus für den Ausbau des Schulwesen und die Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen. In der Region, wo Kanchan lebt, gibt es inzwischen mehrere Fraueninitiativen, die selbstständige Projekte durchführen und wirtschaften. Das Bewusstsein von Gleichberechtigung muss dringend aufgearbeitet und gestärkt werden und so können Frauen an der Gestaltung der Lebenswelt und der Gesellschaft konstruktiv mitarbeiten und Anerkennung erlangen.
Regelmäßig erhalten wir Fotos, Briefe, von Kanchan gemalte Bilder und werden über ihre derzeitigen Lebensbedingungen und die in ihrer Region aufgeklärt, ebenso wie über die neuesten Initiativen, die Plan e.V. anstößt.

Minata ist 14 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und ihren zwei jüngeren Schwestern Adama und Fatimata im Zentrum Burkina Fasos. Ca. 14,4 Millionen Einwohner wohnen innerhalb der Landesgrenzen dieses ebenfalls zu den ärmsten Ländern der Welt gehörenden Fleckchens Afrika.
Eine Hütte aus ungebrannten Lehmziegeln mit einem Strohdach ist ihr Zuhause. Zugang zu Wasser erhalten sie an einem offenen Brunnen der Gemeinde, der ein Stück, aber weniger als 1km von ihrem Haus entfernt ist. Die nächste Möglichkeit zur medizinischen Versorgung ist 45 Minuten entfernt.
Die hohe Analphabetenrate ist großes Problem in Burkina Faso. Damit einher gehen mangelnde Aufklärung und Bildung, vor allem über Hygienemaßnahmen und Informationen über HIV, Aids und dessen Prävention. Mädchen und Frauen gehören auch in Burkina Faso zu den Verlierern der Gesellschaft. Frühe Zwangsverheiratung und die Beschneidung von Mädchen ist klarer Verstoß gegen deren Menschenrechte.
Minata geht in die Grundschule, zu der sie in weniger als 30 Minuten gelangen kann. Damit gehört sie zu den Glücklicheren, denn nur knapp ein Drittel der Kinder geht zur Schule, obwohl Schulpflicht herrscht und diese kostenlos besucht werden kann. Aber der Mangel an Unterrichtsorten, Lehrpersonal und die oft zu weiten Schulwege behindern einen normalen Schulbetrieb genauso wie die Tatsache, dass Eltern oft ihre Kinder zur Arbeit auf dem Land zu Hause brauchen.