

Seit einigen Jahren schon hat der Begriff "Komasaufen" in Medien und öffentlichen Diskussionen einen festen Platz. Jugendliche werden da in Alkoholkmissbrauchexzessen gezeigt, unterstützt von geschäftstüchtigen Bar- und Diskobetreibern, oft mit Ziel Notaufnahme. Der auch als "Binge-Drinking" bezeichnete, in den Rauschzustand führende Massenkonsum von Alkohol in kurzer Zeit, ist trotz öffentlicher Diskussion und ersten Maßnahmen zur Prävention in den letzten Jahren immer noch mehr als aktuell unter Jugendlichen. Immer wieder wird über alkoholvergiftete Spaßtrinker berichtet, vor den gesundheitlichen Gefahren und dem Suchtpotenzial gewarnt - wahrscheinlich noch nicht erschöpfend genug, denn der Alkoholkonsum unter jungen Menschen ist zwar tendenziell leicht zurückgegangen im Vergleich zum letzten Jahr, Statistiken für die letzten 10 Jahre zeigen jedoch eine deutliche Erhöhung des Missbrauchs.


Erschreckend ist insbesondere, dass Unter-Zwanzigjährige immer häufiger mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden müssen. Im Jahr 2007 waren es laut neuestem Drogenbericht der Bundesbeauftragten Sabine Bätzing 23.165 der Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren. Eine Zunahme von 143% im Vergleich zum Jahr 2000. (vgl.:
http://www.bmg.bund.de)
Die SPD-Politikerin Bätzing hat nach der Auswertung des Drogenberichts 2008 unlängst ein Programm vorgeschlagen, in dem sie noch mehr politische Aktivitäten zur Vorbeugung im Hinblick auf den Alkoholmissbrauch fordert, aber auch weitere Maßnahmen gegen den Konsum anderer Drogen anmahnt. Als sogenannte neue Süchte bezeichnet Bätzing die steigende, oft unkontrollierte Nutzung von Internet und PC-Spielen, die weiter zunimmt und daher gesteigerter Aufmerksamkeit bedarf. Aktionspläne und die Schaffung von Beratungsmöglichkeiten und Hilfsangeboten stehen da noch im Aufbau.


Der Condrobs e.V. in München befasst sich mit genau diesen Themen. 1971 als Selbsthilfe-Initiative von Eltern drogenabhängiger Kinder gegründet ist er inzwischen größter überkonfessioneller Suchthilfe-Verein in Oberbayern und Schwaben, der Menschen mit Suchtproblemen Beratung, Beschäftigungsmaßnahmen und Unterstützung bei der sozialen Reintegration bietet. Über 300 Mitarbeiter arbeiten heute in mehr als 30 Einrichtungen und einer Beschäftigungs-GmbH.
Gesellschaftliche Verantwortung, die bei Akzeptanz und Aufklärung beginnt und in der Arbeit und Betreuung mit und von Drogensüchtigen mündet, ist bei Condrobs ganz großes Thema. Zu den Aktivitäten des Vereins, der inzwischen auch mit Partnern in Politik und Wirtschaft zusammenarbeitet, zählen dementsprechend auch Initiativen zur Prävention.
2009 hat Condrobs so beispielsweise eine Filmkampagne in Auftrag gegeben, die in drei Spots zur Aufklärung von Suchtgefahren beitragen soll. Das Münchener Produktionshaus shot one hat sich gemeinnützig dieser Aufgabe angenommen. Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen, Computerspielsucht und Kokainmissbrauch sind die inhaltlichen Schwerpunkte der drei Filme, die für das Kino gedacht waren, um ein möglichst großes Publikum, vor allem Jugendliche, anzusprechen. Das gesamte Filmteam, Technikverleiher, Darsteller und Drehortverantwortliche verzichteten auf ihre Gagen ebenso wie Scanwerk, das das Colorgrading der Spots übernahm. So können auch Beteiligte der Werbebranche einen Teil gesellschaftlicher Verantwortung übernehmen.
Weitere Links:
www.drogenbeauftragte.de
www.condrobs.de
"Kokainsucht, Alkoholmissbrauch, Computerspielsucht" (2009)
Kunde: Condrobs e.V.
Produktion: shot one GmbH
Regie. Jan Doleschel
DoP: Chris Hof
Telecine: Peter Deinas