"Don´t come knocking" (2005) handelt nicht nur von der nostalgischen Reise eines alternden Filmschauspielers, der alles stehen und liegen lässt, um sich auf eine Reise in seine eigene Vergangenheit zu begeben. Er handelt auch von der Kraft des Kinos und verwandelt Stimmungen, Gedanken, Lebenslagen- und lügen, Dialoge und Zwischenmenschliches in metaphorische Bilder.
Als Draufgänger im zutiefst amerikanischen Cowboystil macht der Held sich auf die Suche nach seinem ihm noch unbekannten Sohn und gleichzeitig Begegnungen mit seinem früheren, irgendwie verpassten Leben. Eine Reise durch reale und ideelle Landschaften.
Wenders' Film ist nicht nur ein berührendes menschliches Drama, sondern auch ein Schaustück, dass die Mythen und die Schönheit der Kinogeschichte und -kunst heraufbeschwört. Inhaltlich und visuell führt Wim Wenders eine beeindruckende Auseinandersetzung mit dem Medium vor Augen. Dem Westerngenre Tribut zollend, mit den Zutaten des Roadmovies vermischt, dramatische und komödiantische Erzählmomente vereinend, wird die Geschichte um diesen über seinen Lebenssinn reflektierenden und nach dem Eigentlichen suchenden Stereotypen aus Hollywood erzählt und bildlich geschildert.
Die Fotografie gibt dem Film seine ganze eindrucksvolle Kraft. Als wäre da das Pendant zu Edward Hoppers filmischer Malweise in entgegengesetzter Richtung auferstanden. Die eingefangenen Ausschnitte erscheinen wie Gemälde, die Kamera drückt durch ihre lebendige Führung andererseits das dezidiert Filmische aus und verwandelt die Natur- und Stadtlandschaften, in denen sich die vitalen Protagonisten bewegen, in künstlerische Bilder, dass es ein Augenschmaus für den Zuschauer ist.
"Don´t come knocking" (2005) war nicht der erste Wenders Film, dessen Postproduktion auch bei Scanwerk stattgefunden hat. Peter Deinas hatte bei anderen Werken des Ausnahmeregisseurs Anteil an der nachträglichen Bearbeitung. Für alle seine Filme machte er die Restauration zur internationalen DVD-Auswertung.
2005 war der hier genannte Film mit Sam Shepard und Jessica Lange in den Hauptrollen beim Europäischen Filmpreis nominiert in den Kategorien Beste(r) Film, Regie, Schnitt und Kamera. Beeindruckt beim alle zwei Jahre in Berlin stattfindenden Filmfestival, das sich seit seiner Gründung 1988 zum Pendant der Oscarverleihung diesseits des Atlantiks etablieren wollte, hat vor allem die Fotografie des Films. Kameramann Franz Lustig, mit dem Wenders auch schon bei seinem Vorgängerwerk "Land of Plenty" (2004) zusammengearbeitet hatte, erhielt den Preis für die die beste Kameraarbeit.
"Don´t come knocking" (2005)
Regie: Wim Wenders
Produktion: Peter Schwartzkopff
Kamera: Franz Lustig
Telecine: Peter Deinas