Poetisch - lyrisch - bildspektakulär - akustisch und visuell hochkarätig besetzt.
Dichtung verfilmen, intermediale Diskurse. Eine interessante Transformation vom geschriebenen Wort zum filmischen Ausdruck, das ist "Poem" von Ralf Schmerberg. Lyrisch und episch sind aber nicht nur die Gedichte von solch Literaturgrößen wie Hermann Hesse, Ernst Jandl, Johann Wolfgang von Goethe, Ingeborg Bachmann, Kurt Tucholsky, Hans Arp, Heinrich Heine, Friedrich Schiller u.v.m., poetisch ist vor allem die Reise der Kamera durch Spanien, Vietnam, Berlin und Brandenburg, Brasilien, von wo aus die Erzählung immer wieder zu einem jungen Mann in Nepal zurückkehrt, der mit seinem alten Vater auf einem Holzgestell durch die Natur des Landes streift. Liebe und Freundschaft, Lebensfreude und Lebensängste, Leiden und Schmerz ertönen in Worten und Bildern und in der Kombination beider besonders effektvoll und einfach nur besonders.
Bekannte deutsche Filmdarsteller wie Meret Becker, Carmen Birk, Anna Böttcher, Márcia Haydée, Luise Rainer, David Bennent, Klaus Maria Brandauer, Larry und John Gassman, Hermann van Veen und Jürgen Vogel leihen dem Film ihre Gesichter und darstellerische Kraft; Hannelore Elsner, Claudia Geisler, Elena Schmerberg Davila, Anna Thalbach, Isabel Tuengerthal, Paul Celan, Herbert Fritsch, Richy Müller, Lars Rudolph und Manfred Steffen ihre Stimmen als Sprecher. Das Colorgrading leistete Peter Deinas.
"Poem" wurde mit einem Preis ausgezeichnet, der auch noch ein weiteres Medium miteinbezieht: das Internet. Den Grimme Online Award 2004 gewann das Werk im Bereich Web-Media. Sich selbst zu überzeugen gelingt hier.
"Poem" (2003)
Regie: Ralf Schmerberg
Produktion: Radical Media / Trigger Happy Productions
Kamera: Ali Asad, Neelesha BaVora, Ana Dávila, Daniel Gottschalk, Ali Gözkaja, Tom Henze, Darius Khondji, Franz Lustig, Jo Molitoris, Robby Müller, Nicopla Pecorini, Ralf Schmerberg, Jörg Schmidt-Reitwein
Drehbuch: Antonia Kainz
Colorgrading: Peter Deinas